02/02 - English Translation

From Karl Polanyi
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KPI Description

Title Draft Manuscript (unpublished) – N. t., 1920-1922
Author Polanyi, Karl
Description File consists of an unpublished hand-written draft manuscript in German by Karl Polanyi, a transcript typed in the 1980’s. 38p., and 10 unnumbered pages. Chapters contained in this file are titled "Der Glauben an die Wahrheiten der Wissenschaftslehre von der Soziologie", “Die ärztliche Wissenschaft bis zum Anbruch der grundlegenden naturwissenschaftlichen Entdeckungen", and "Die richtige Weise sich gegenüber der Zukunft zu verhalten". Also included in the file is a fragment of a transcript from the early 1920’s. This transcript consists of three pages for a chapter titled "Der Glauben an die Wahrheiten der Wissenschaftslehre von der Soziologie", and two pages for a chapter titled “Die ärztliche Wissenschaft bis zum Anbruch der grundlegenden naturwissenschaftlichen Entdeckungen". (See files: 01/53, 02/01, 02/03 to 02/09).
URI http://hdl.handle.net/10694/72
Date 2010-08-04

Goethe BW de.jpg Shakespeare en.jpg
Text to translate from German into English

Table of Contents

Name M [1] T KP
Der Glauben an die Wahrheiten der Wissenschaftslehre von der Soziologie 1-14 37-43+48-51 1-14
Die ärztliche Wissenschaft bis zum Anbruch der grundlegenden naturwissenschaftlichen Entdeckungen 14-31 51-67 14-25
Die richtige Weise sich gegenüber der Zukunft zu verhalten 31-36 67-71 31-36
Die ganze Grösse der Verantwortung aber die die Möglichkeit eines solchen Laufes der Dinge… 72-76 86-89 37-38
Die Politik muss wieder zu einem Teil des Lebensweges werden 76 89-90 No page
.....verstanden wird, die ihrem Bau nach ebensowohl federal wie… 78-82 90-94 15-19
Der festeste teil der sozialen Wirklichkeit scheinen die s.g. Produktionsverhältnisse auszumachen, die sich juristisch in Eigentumsverhältnissen ausdrücken. 77 89-90 No page
...... Ist nun dieser Erscheinungsfall, der auch für die Naturwissenschaften als möglich… 83 94-95 47?
Der allerwesentlichste Unterschied ist der, dass wir den Kranken auch ohne Art lassen können… 84-85 95-96 23g-23h
…Man kann allerdings auch eine Summe von Lehrmeinungen Wissenschaft nennen… + Die neue Skepsis 45-47

Fragments

The belief in the truths of scientific doctrine from sociology

[1/37/1][2] Wir leben in einer Zeit der Prüfung. Nationen und Klassen, Staaten und Einzelne, erdulden seit sechs Jahren immer Schwereres. Und niemand zweifelt daran, dass das Mass[3] der Leiden noch nicht voll ist.

Nichts wäre selbstverständlicher als dass sich das Gebot zur rastlosen Bemühung um die Erkenntnis dessen durchsetzte, was die Ursache all dieser Qualen sei: und wie wir einzeln oder vereint, diese Ursache beheben könnten?

Die Notwendigkeit diese Erkenntnis anzustreben wird dennoch weder empfunden noch anerkannt. Die Ursache dieser sonderbaren Tatsache ist eine einfache und naheliegende. Und nicht das erstemal im Laufe der Geschichte der Menschheit hat sich diese aus seinem ähnlichen Beweggrund über die Ursachen unseres Leidens und über die Notwendigkeit weitere Bemühungen und die Erkenntnis, hinwegtäuschen lassen: Diese Ursache ist die, dass man allgemein glaubt die Quelle unserer Leiden zu kennen und dass an diesem Glauben von keiner Seite gezweifelt wird.

Dass der Weltkrieg durch die unausgeglichenen Interessengegensätze konkurrierender Staaten hervorgerufen wurde und dass die soziale Not Europa's aus den unausgeglichenen Interessengegensätzen sich gegenübersehender Klassen hervorgeht, -gilt als selbstverständlich. Engländer und Deutsche, Kapitalisten und Kommunisten treffen sich auf dem gemeinsamen Boden gemeinsamer Weltanschauung. Klassen und Völker, Staaten und Einzelne, -sie leben alle im Glauben die tiefste Ursache der Leiden, die über allen gemeinsam verhängt zu sein scheinen, zu kennen.

[2/38/2] Das es ein wohlgegrundeter und felsenfester Glaube ist, der sie erfüllt, erweist sich an ihrem Leben und Handeln. Nicht im allein führen sie diesen Glauben, sondern ihre Taten zeigen ihn an. Sie besiegeln ihn mit ihrem Leben.

Die Ansichten gehen zwar darüber weit auseinander, auf welche Weise die Wirtschaft zur Ursache der Weltkrise geworden ist und noch weiter entfernen sie sich von einander, wenn die Mittel angegeben werden sollen, die das Grundübel beheben könnten. Dieser Umstand macht aber niemanden irre.

Im ganzen und grossen zweifeln die Deutschen nicht daran, dass das was ihnen fehlte gewisse Rohstoffquellen, gewisse Abstrazmärkte und gewisse Flottenstützpunkte sein. Ebenso wenig zweifelten im grossen und ganzen die Engländer daran, dass das, was ihren Leiden eine Ende bereiten könnte, die Einschränkung des deutscher Wettbewerbes auf dem Weltmarkte sei. Die Kapitalisten aller Länder sind sich darüber einig, dass die Welt nur gesunden werde, wenn die Markt, Produktions und Konsumverhältnisse der Vorkriegszeit wieder hergestellt wein werden. Die Marxisten aller Länder sind wiederum ebenso einig darin, dass die Abschaffung des Mehrwertes das Grundübel beseitigt wein werde. Die Entschlossenheit welch immer Opfer auf dem Wege zum Ziel auf sich zu nehmen, und wären es auch Kriege und Revolutionen, die Gefahr des allgemeinen Unterganges besteht, ist allen Gruppen gemeinsam. Sie Schrecken nie vor den letzten Mitteln zurück. Daran erweist es sich, dass hier mehr vorliegt als ein Glaube die Natur des Grundübels zu erkennen. Es liegt auch ein unerschütterlicher Glaube an die Möglichkeit dessen vor aus dieser Erkenntnis selbst Mittel und Wege zu finden um das Übel zu beheben. Nur diese Durchdrungenheit von [3/39/3] der Unfehlbarkeit eines Mittels, kann es erklären, dass man alles auf dieses Mittel setzt und den Weg, den es anweist, auch dann geht, wenn man fpr den möglichen Erfolg die höchsten Güter einsetzen muss.

Glauben also die Menschen daran, dass ihre Leiden aus der Wirtschaft stammen, so glauben sie damit nicht an irgendeine dunkle Macht, die ihre Geschicke auf unerforschbare Weise beherrscht. Wäre dem so, so könnte dieser Glaube nicht die verhängnisvollen Folgen haben, die er in Wirklichkeit nach sich zieht. Es wäre ein Glaube an die Vorsehung, wie er schon so oft genährt wurde, und würde für den Alltag ziemlich gleichgültig bleiben. Im Gegenteil. Es ist aus obigen klaar, dass man das Wesen dieser “Wirtschaft” sich als ein Erkanntes vorstellt ja dass die Möglichkeit, diese sei ein Unerkanntes noch garnicht auf getaucht ist. Wir werden später sehen, dass der verhängnisvolle Irrtum grade in diesem Punkte einsetzte, wie es im Laufe der Kulturgeschichte wiederholte vorgekommen ist.

Dass die heutige Politik ganz von soziologischen und Wirtschaftlichen Spekulationen durchsetzt ist, darüber kann doch wohl kein Zweifel bestehen. Denn alle praktischen Vorschläge der äusseren und inneren Politik, des white space Klassenkampfes gehen heute letzten [4/40/4] Endes auf Mittel aus, die ihre “Begründung” in irgendeiner volkswirtschaftlichen oder soziologischen Wahrheit haben. Würden irgendwo Vorschläge anderer Art auftauchen, so müssten sie unverzüglich den Rückzug white space sobald ihre Gegner sich auf die konkrete Wirklichkeit, d.i. auf soziologische, wirtschaftliche “Tatsachen” berufen sollten. In dieser Hinsicht gibt es heute keinen Unterschied zwischen nationalen, staatlichen, völkischen, Klassen, Gruppen oder persönlicher Anschauungen.

Der Glaube an die Wahrheiten der Volkswirtschaftslehre und der Soziologie, vereinigen heute alle Geister. Die Auslegung dieser Wahrheiten ist es, was die Menschen heute in Gruppen, Sekten und Konfessionen vereint. Keinen macht es hierbei irre, dass sich diese Wahrheiten diametral widersprechen, dass sie heute so, morgen so lauten, hier anders wie dort, und dass jede Gruppe, Nation, ja jeder Einzelne, seine eigenen Anschauungen über diese Wahrheiten hat. Ja nicht einmal der Umstand, dass niemand vorgibt, als ob es einen Bestand solcher Wahrheiten gäbe, macht die Menschen irre. Umsonst betonen die Häupter dieser s.g. Wissenschaften, dass keine zwei von ihnen über die Grundlagen diesen Wissenschaft einig seien,[kp 1] -die öffentliche Meinung hält auch ihnen gegenüber daran fest, dass es eine solche Wissenschaft gibt und dass diese Wissenschaft in allen Menschheitsfragen die allein richtunggebende sei. Der Glaube an die Existenz einer nationalökonomischen und soziologischen Wissensschaft ist ein so fundamentaler Zug der Geistesverfassung der heutigen Menschheit, wie es einst der Geisterglaube, der Glaube an die Alchemie und an die mittelalterliche Medizin gewesen ist. Würde die Erkenntnis plötzlich bahnbrechen, dass es keine Wirtschaftswissenschaft gibt, so [5/41/5] müsste die Menschheit eine geistige Revolution durchmachen wie sie sie nach dem Sturz der geoffenbarten Religionen im XVII und XVIII Jahrhundert durchgemacht hat.

Wir haben der Einfachheit halber hier unter Wissenschaft, das verstanden, was das praktisch wesentliche an diesem Begriffe ist: die Summe solcher allgemeiner Sätze aus denen für das Handeln Richtlinien abzuleiten sind. Denn nicht auf den formalen Charakter der Wissenschaftlichkeit kommt es hier für uns, sowie für die heutige Politik an, sondern auf jenen Charakter dieser allgemeinen Sätze, der die Möglichkeit ihrer Anwendung in sich schliesst. Späterhin werden wir erfahren, dass der verhängnisvolle Irrtum grade an diesem Punkte einsetzt, denn hier setzt sich der Glaube fest, dass unser Leben und Handeln sich nach Etwas, nämlich grade nach diesen Gesetzen zu richten hat. Was für uns mithin einzig in Frage kommt ist, ob es eine Volkswirtschaftslehre und eine Soziologie in dem Sinne gibt, dass aus ihren Sätzen irgendwelche Richtlinien für unser Leben und Handeln abgeleitet werden könnten. Wenn die gelehrtesten Menschen, die sich über ein Erscheinungsgebiet äussern, sich ganz verschiedene Vorstellungen von diesem [6/42/6] Gebiete machen und überdies von ganz verschiedenen Auffassungen aus daran gehen Regeln und Gesetzmässigkeiten in diesem Gebiete zu finden, wenn diese Gelehrten auf diesem Gebiete ganz Verschiedenes unter Gesetzen vertehen, wenn sie mit der Festsetzung wie immer gearteter Gesetzte ganz verschiedene Zwecke verfolgen, wenn sie das Verhältnis dieses Gebietes zu den anderen, besser bekannten Gebieten unserer Erfahrung ganz verschieden beurteilen, wenn sie sich schliesslich auf keine Weise darüber einigen können, welches Gebiet es eigentlich ist, dass sie überlicken und beschreiben sollen, -dann ist da Gemeinsame ihrer Bemühungen kaum eine Wissenschaft zu nennen. Es wundert sich darum auch niemand der sich mit diesem Gebiet beschäftigt, darüber, dass hier jeder Meinung eine ebenso autoritäre Gegenmeinung gegenüber steht, die dieser in jeder Beziehung und schnurstrack widersprechend ist es ja, was hauptsächlich unter Nationalökonomie verstanden wird. Ergeben sich beiläufigerweise Gebiete auf denen, wie in der sog. historischen Schule, keine wesentlichen Meinungsverschiedenheiten herrschen können, so sind sich bald darüber einig, dass gerade dieses Gebiet ausserhalb der Wirtschaftslehre fällt. So ist es wahrlich kein Wunder dass nach wie vor alle Grundbegriffe der Wirtschaftslehre, d.i. die Worte die in ihr gebraucht werden, wie da sind, Wert, Arbeit, Kapital, Rente, Wins u.s.f. nicht nur der Ursache ihrer Erscheinung nach gänzlich verschieden beurteilt werden, sondern das nicht einmal eine Vereinbarung über den Sinn dieser Worte noch getroffen werden konnte. Ja, sie werden von gleich mächtigen und autoritativen Schulen nach wie vor in ganz verschiedenen, zum Teil für [7/43/7] die andere Partei unverständlichen Sinne gebraucht. Man kann allerdings auch eine Summe von Lehrmeinungen Wissenschaft nennen, die weder über ihren Gegenstand, noch ihre Zwecke, weder über ihre Methode noch über ihre Begriffe, weder über ihren Ausgangspunkt noch ein einziges ihrer Ergebnisse einer Ansicht sind, wenn diese Wehrmeinungen selbst und insbesondere der Widerstreit unter ihnen mit genügender Gelehrsamkeit geführt wird. Da wir letzteres nun keineswegs bestreiten wollen, so dünkt uns die Frage, ob es eine nationalökonomische Wissenschaft gibt oder nicht, als blosser Wortstreit, ganz und gar unwesentlich.

Dass es aber keine derartige Wissenschaft in dem einzig hier praktischen Sinne des Wortes gibt, erscheint uns als eine Tatsache von höchster Bedeutung. Dass es aber keine derartige Wissenschaft in dem einzig hier praktischen Sinne des Wortes gibt, erscheint uns als eine Tatsache von höchster Bedeutung. In dem Sinne nämlich, in welchem der white space glaube an ihre Existenz festhält: als eine Summe von Lehrmeinungen, die in irgendwelcher Beziehung geeignet seien könnte, die Leiden der Menschheit zu vermindern, indem es dem einzelnen Menschen oder Gruppen von diesen, den Führen der Gesellschaft und des Staates oder der Klassen und Gruppen Anhaltspunkte für ein nützliches Verhalten bieten könnte.

Eier machen wir also ein bedeutsames, in Wirklichkeit auf keine Weise gerechtfertigtes Zugeständnis, betreffs der Existenz der Wirtschaftslehre. Um klaarer und entschiedener auf das Wesentliche zu kommen, wollen wir so tun, als ob es gelungen wäre über Gesetzt, Methode, Grundbegriffe und Zweck der Wirtschaftslehre zu einer Übereinstimmung zu gelangen. Wir wollen annehmen es könnte gelingen und es wäre sogar gelungen sich zu unbestrittenen Ergebnissen auf dem ganzen Gebiet der Wirtschaft durchzuringen. Denn der Kernpunkt der Frage ist der, ob sich aus einer derartigen Wissenschaft vernünftigerweise [8/44/8] irgendwelche Anhaltspunkte für unser Leben und Handeln ableiten lassen könnten?

Er erscheint diese Frage auf die wir immer mehr das Hauptgewicht legen vielleicht vorerst paradox. Ist doch unsere Wirtschaftslehre von heute voller praktischer und höchst praktischer Ratschläge und Direktiven, ist sie doch voller Tendenzen und Ideale, Standpunkte und Programme, wie wäre sie denn nicht mehr praktisch, wenn man sich nur über diese Vorschläge erst einigen könnte? Man darf sich aber fragen ob sie dies nicht grade insolange ist und sein kann, bis sie die Stufe der Wissenschaftlichkeit erreicht hat und ob sie diesen ihren so höchst praktischen Charakter, das wahre Hindernis ihrer Allgemeingültigkeit, grade zu Gunsten dieser nicht wird aufgeben müssen? Wäre dem so, dann lägen keine Paradoxen vor, sondern die Paradoxie läge in dem Widerspruch den der Volksglaube in sich birgt, der sich für sein eigenes Leben autoritive Ratschläge von einen Erkenntnisgebiet holen möchte, das zur Einmütigkeit und Allgemeingültigkeit erst gelangen konnte, wenn es auf alle Ratschläge verzichtete. Ob sie auch einer solchen Volkswirtschaft die Geister mit der Inbrunst von heute zuwenden würden, ist allerdings sehr zweifelhaft.

Wir behaupten das der Volksaberglaube, der auch die Führer beherrscht, heute mit blinder Ergebung den Sektenmeinungen der verschiedenen Wirtschaftslehren zugetan ist. Dass dieser Aberglaube unser ganzes gesellschaftliches Handeln bestimmt. Dass die Kriege, Revolutionen, Leiden und Kämpfe von heute in erster Linie aus diesem unheilvollen Irrwahne stammen. Dass die volkswirtschaftliche Religion, die in der Form wesenloser Spekulationen die Führer und white space Aberglauben die Massen im Bahne hält, die Umwahrste und Verirrteste aller Geistesströmungen ist, die je die Menschheit irregeführt haben. Wir behaupten, dass die Leiden und Prüfungen die mit unserer leiblichen Natur und gesellschaftlichem Zustand verbunden sind, durch die Folgen dieses Irrglaubens zum unerträglichen gesteigert worden sind. Dass die Menschheit heute über das Maas jenes Leidens hinaus, das seine Gebrechlichkeit und seine halb-gesellschaftlichen Natur ihm auferlegen, heute leidet. Dass dieses Leiden aus einer ganz bestimmenten Ursache stammt, die nichts anderes ist als der aussichlose und verhängnisvolle Versuch aus den ersten, dämmernden Anfängen seiner Erkenntis des gesellschaftlichen Zustandes und seiner Zusammenhänge vorzeitig Heilmtillel zur Heilung der gesellschaftlichen Übel herzuleiten. dass die Heilung dieser Übel, soweit sie wirtschaftlicher Natur sind, viel rascher, sicher einfacher auf Grund des gesunden Menschenverstandes und der white space unserer natüurlichen Wünsche und white space Ideale zu finden ist, als auf Grund soziologischer oder volkswirtschaftlicher white space. Wir wollen beweisen, dass eine solche Erkenntnis der gesellschaftlichen Gesetzte, wie sie diese Systeme und Theorien voraussetzen, nur natürlich erst aufdämmert. Dass diese Erkenntnis im höchsten Maasse unklaar, unzusammenhängend, kaum mehr als ein Schimmer des Wesens der Sache ist. Dass der Sorung von der [9/48/9] Erkenntnis irgenwelcher Zusammenhänge, und wäre diese unvergleichlich vollständiger als sie heute ist oder nicht zu ferner Zukunft auch seien könnte, zur praktischen Anwendung dieser Erkenntnis, un- white space und white space, theoetisch wie praktish unmöglich ist. Dass die Versuchung jeder Schritt den wir in der Erkenntnis vorwärts tun, zur Linderung unserer brennenden Leiden aus zu white space, eine so starke, so mächtige schier unwiderstehliche ist, dass wir im Laufe der Kultur [10/49/10] ihr jedesmal, zu unserem Unheil verfallen sind. Dass hierdurch jede Errungenschaft auf dem Wege der theoretischen Erkenntnis vorerst u einem Unglück für die Menschheit geworden ist. Dass erst der langsame Ausbau der Erkenntnis, oft durch geistige Leistungen stauenswertester Art bewirkt, dahin geführt haben, die Unmöglichkeit dieser praktischen Anwendungen einzusehen und damit das Unheil einzudämmen. Dass die intellektuelle Versuchung vorzeitiger Anwendungen theoretischer Erkenntnisse so übermächtig ist, dass keine noch so qualvollen und fürchterlichen Folgen, die die Menschen hieraus treffen, gegen diese Versuchung waffnet. Dass die materiellen Interessen der Menschen, und wäre es ihr Leben selbst keinen dann gegen diesen Kurzschluss des logischen Denkens retten sondern dass grade die leibliche Not es ist, die uns dieser Versuchung gegenüber schutzlos macht, und dass nur die bewusst, heroische Haltung führender Geister Macht genug haben kann, die Menschheit vor den grauenvollen Folgen des Genusses jener unreifen Früchte, die am Baume der Erkenntnis wachsen, behüten kann.

Wir wollen an einem historischen Beispiel das Gesagte verdeutlichen, bevor wir auf die weittragenden Schlussfolgerungen, die wir zu ziehen haben werden, eingehen wollen.

[11/50/11] Zu diesem Zwecke werden wir die Geschichte der Medizin im XVII und XVIII Jahrhundert wählen.

Es handelt sich in der Medizin um das höchste Gut des Menschen: um sein Leben. Kein Vernünftiger wird behaupten wollen, dass sie ein “ideologisches” Gebiet, der Scheinwerte darstellt wie es Recht, Sitte und Religion für die Materialisten sind. Nicht der ideologische d.h. Scheinwert des Ruhmes, der Ehre oder der Menschenliebe sondern der white space d. Körpers Sicherheit white space. Ist dem Menschen sein Profit, seine Rente, sein Arbeitslohn wichtig, so ist ihm wahrlich auch sein Fuss wichtig, der ihm amputiert wird, oder sein Blut, das ihm abgezapft werden soll.

Es handelt sich weiter um sein Gebiet auf dem lange Zeit, die Ausübung der Kunst mit der höchsten materiellen Verantwortung verbunden war. Wurden doch sehr haufig die verschiedensten Leibärzte, von Fürsten, von Fürsten, Tyrannen und Heerführern kurzerhand hingerichtet, wenn die Kurmisslang, die Höfarzte verloren ihre Stellung, und auch die direct geschädigter Familien nach unglücklichen Fällen, auf der Tagesordnung. Bei gefährlichen Fällen wurde der Arzt white space zu erlegen und nach unglücklichen Fällen wurde der Arzt der Familie der Familie ausgeliefert. (Wunderlich). Ein Teil der berühmtesten Ärzte führte aus ähnlichen Ursachen ein sehr bewegtes Leben. -Es wird hier kaum berechtigt sein wie es heute so gerne geschieht, den Eigennutz der Ärzte an medizinischen Irrtümern als Erklärungsfaktor herbei zuziehen, da ihre leibliche Sicherheit, auch vom Standpunkt des historischen Materialismus, ausgesehen, immerhin ein genügender Beweggrund zur bestmöglichen Anwendung ihrer Wissenschaft abgegeben haben muss.

Es handelt sich desweiteren in der anbrechenden Wissenschaft der Meizin nicht um Geister, auf die das noch so aufgeklärte heutige Zeitalter ohne weiteres mit der Geringschätzung herabzulicken vermag, die heute so leicht jenen zu Teil wird, die nichteinmal die modernen Errungenschaften eines Telephons, einer Dynamischen oder eines Börsenkrachs gekannt haben. Im Gegenteil: die grössten Denker und Gelehrten aller Zeiten waren es, die die ersten Steine zu diesem Bau gelegt haben. Einige sind unbestritten Geisteshelden der gesammten Menschheitskultur. Wir nennen nur Leonardo da Vinci, Galileo Galilei, Vegalius, Descartes, Pascal, Bacon of Verulam, Robert Boyle. In der Geschichte der Einzelwissenschaften sind Borelli, Sanctorius, Sylvius, van Helmont, Paracelsus nich gering Namen. Unter diesen finden sich jene grossen Denker und Experimentatoren, die bis auf heute das unübertreffliche Vorbild der empirischen Naturwissenschaft bilden. Niemand wird verständigerweise sagen können, dass die Vertreter der ihm white space Sekte der white space gediegener Köpfe, modernere Geister, kritische Denker sind.

Und endlich handelt es sich auf diesem Gebiet um das Hereinbrechen eines der schwersten Schicksalsschläge, die je über die leibende Menschheit gekommen ist. Um eine grauenvollsten Plagen, die die ärmsten der Armen, die Kranken und Siechenden betroffen hat, die die Menschen dahinraffte wie Seuche und Krieg und deren Schatten das Leben aller Gesunden verdunkelte. Nicht wie ein Scheinübel das nur die moralischen white space, sondern wie ein “wirkliches” Übel das das Leben aller zu vernichten droht. Es ist dies die praktische Medizin bis zum Anfang des XIX Jahrhunderts.

Wir wollen an dem Beispiel der praktischen Medizin des XVII und XVIII Jahrhunderts, einen Zeitabschnitt der Jüngstvergangenheit, klaarlagen, dass die ersten grossen Entdeckungen der Physik, Chemie und Physiologie, die die Grundlagen zur modernen Naturwissenschaft gelegt haben, verhängnisvolle Folgen für die leitende Menschheit im Gefolge hatten. Dass da Erwachen des kritischen Geistes, in einer Intensität und white space wie sie uns heute unbekannt ist, der Leidenschaft [51] zur experimentellen und beobachtenden Forschung, in einer Heftigkeit, wie sie uns lange nicht mehr gegenwärtig ist, nicht verhindern konnten, dass die Fortschritte der Naturerkenntnis in der denkbar unkritischsten Weise vorzeitig auf die Heilkunde übertragen wurden. Und dass erste das rastlose Fortschreiten der Naturwissenschaften zu einem unvergleichlich grösseren Wissensstand, dieser voreiligen Übertragung Einhalt tun könnte und allmählich zu jener relativ unschädlichen medizinischen Wissenschaft führte, wie wir sie heute kennen. Es wird sich hierbei um ein Gebiet handeln, wie die gemeinsamen leiblichen Interessen aller Menschen, also die höchste denkbare Integration menschlichen Eigennutzes unmittelbar betroffen ist und und die Kontrolle ausübt. Und an diesem Beispiel soll es sich erweisen, dass dieser Eigennutz gerade es ist, der diese gefährlichen Verfahren erzwingt und dessen Druck so gross ist, dass keinerlei Einsicht der Nich-Betroffenen (der Gesunden) und kein Leiden der Betroffenen gross genug ist um dem verhängnisvollen Hang des leidenden Menschen Schranken zu setzen, damit er nicht jeder Erkenntnis, so unbestimmt und so unreif sie auch sei, sofort und unmittelbar der Linderung seiner Leiden zuführet, und ware das Ergebnis auch stets das niederschmetternste. Aus dieser Erkenntnis schrieb einer der grössten Geister des XVIII Jahrhunderts, François Quesnay, der Begründer der modernen Sozialphilosophie und Wirtschaftslehre, selbst Arzt und Naturforscher in seinen “Observations impartiales“ (1748) folgendes über diesen Wegenstand:

Medical science until the dawn of fundamental scientific discoveries

[14/51/14] Even before the period which, with Leonardo da Vinci, van Helmont, Galilei, Vesalius and Harvey, raised the bar for anatomy, physics, chemistry and physiology, the situation of suffering mankind was truly not good. The art of Hippocrates and his school had been lost. Careful observation of the patient, consideration of the whole person in the treatment, faithful comparison of the symptoms and clinical pictures, exact recording of the medical history, always keeping the healing power of nature [15/52/15] as the main support of the doctor, exact consideration of when it is time for intervention and constant consideration of the patient's state of strength, the gentle nature of healing methods and the striving to alleviate suffering, the careful care of the incurable and the extensive use of and natural remedies, but above all the impartiality towards all kinds of speculations and theories, explanations and interpretations of physiological and pathological processes: that had disappeared along with the marriage of the Periclean culture from which it originated.

This medicine knew little about anatomy, chemistry, physics and physiology. But it was white space, certainly often beneficial and probably rarely harmful. Not out of a sceptical criticalism towards hasty systems, but out of a barely understandable inclination for representational things, it flowed that the conventional four elements and four elementary qualities, as well as some other conceptual things from the older Greek philosophy, were axiomatic to a certain extent, is found in Hippocratic Medicine, in this school never led to the use of these terms other than mere expression and description, without attributing to them an own immaterial existence, or even a determining basic function for the healing process itself, as it was in the second year. In our time Galenus did. Galenic medicine had completely detached itself from the Hippocratic spirit: i.e. in its application this "system" was handled with much more consideration for the above-mentioned aspects of that school than was later the case. However, in order to get to know the "scientific ideas" on which this system was based, we want to take a closer look at one, perhaps the essential part of its physiology white space. Only when we, perhaps with white space effort, get an idea of the way Galenus thought about the movement of blood in the human body, will we understand how upsetting Harvey's discovery of the bloodstream must have been, a discovery which then had the most devastating consequences for medical practice.

The Galenic concept of the movement of blood in the human body has been the following. Before white space, we must consider that anatomists such as Leonardo da Vinci and Vesalius, naturalists like Bacon Verulam, imagined humans in the same way, and that even Descartes, perhaps the greatest scientific methodologist of a generation of greatest natural scientists, accepted Harvey's discovery as Guntsen G's only with substantial limitations.

[56/17] Based on this and similar ideas, the medicine of the Arabs and Indians lived on, who took over the practice of medicine after the fall of the Roman Empire. It was the Galenic medicine that survived here, but sometimes in a scholastic, sometimes in a mystical garb white space. It is well known that the original texts of the classic were soon lost and that due to the endlessly glossy texts, which became more and more wrong and false, a whole series of almost incomprehensible disputes dominated the minds of the medical profession. The applied methods of healing were more and more taken from speculative interpretations of the various iatroscholastic and iatrosphist schools, which at times referred to the dogmatic, or to the methodological or any other of the post-Hyppocratic schools, or, rejecting all theory, called themselves "empiricists". Certainly, these healing methods were not useful, nor were they even harmful. Very few are the remedies that have been used correctly. However, it was not generally a malicious white space and white space. Because she lacked the authority to do so. The doctor was worth as much as his art was worth. And this is the real reason why, despite its extravagant ignorance, subtle eccentricity and philological abracadabra, this medicine has left hardly any traces in the cultural history of this period. Only princes kept doctors, but even those who kept a doctor allowed themselves to be maltreated by him. For this the faith is missing. The people, however, turned, as always, to the barbers, who in Central Europe often worked not only with the surgeon but also with the doctor white space, or to quacks, who apparently refer their historical longevity to the fact that their remedies, which are probably rarely useful, just as rarely cause serious harm. - This brief description of a long and diverse cultural development does not attempt to give a faithful picture of it, but only to indicate the main feature of the period from our point of view.

Galileo Galilei's mechanical studies are the starting point of the revolution that led years later to Harvey's discovery of the bloodstream. Galileo Galilei's experimental method created a school of exact anatomists in Italy, headed by Vesalius. Borelli and Sanctiorio continued the mathematical-mechanical method in the field of physiology and achieved results of the greatest importance. It was the same method that led Harvey in his research and thus to the greatest discovery that science has ever made. The philosophical and methodological results were early formulated by Descartes into a new world view, which as the mathematical method dominated the leading minds of this so great period. Bacon's more general and unimaginative foundation of the empirical method came to bear more slowly and only gradually.

Die Alchemisten, mit Baselius Valentinus und Paracelsus an der Spitze sind die Vorläufer der experimentellen Chemie. Zuerst suchten sie den Stein der Weisen um damit Gold zu schaffen, später um die Gesundheit und das Leben der Menschen zu erhalten. Ihre falschen Zicle führten sie zur richtigen Methode der experimentellen Chemie und so white space und verworren ihre chemischen Vortstellungen auch waren, so waren sie doch eine unendlicher Fortschritt gegenüber der sophistischen und scholastischen Chemie der Arabisten. Van Helmont folgte diesen Spuren, zum Teil mit exakten Methoden, und wurde der Entdecker der “Gase”. Jetzt gewannen auch die drei Elemente der white space (Paracelsus, etc.) Autorität und Geltung. Bis zum Ende des XVIII Jahrhunderts blieb es also bei der Alchemie (Trotz Boyle, Meadlow, Stahl und Priestley).

Umtürzend war die Wendung die das XVII Jahrhundert brachte. Physik, Chemie und Physiologie hatten wahre Wunder geschaffen. Galilei und van Helmont und Boyle, Borelli und Harvey hatten den Umkreis der Herrschaft des Menschen über die Natur zur ungeahnten Ausdehnung gebracht. [56/15]

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The right way to behave towards the future

[?/67/31][4] It is a striking but little-noticed fact that, when it comes to predicting the evolution of society, science prefers to focus on the distant future. What happens after centuries must, it pretends to know with certainty what will be tomorrow, it knows no more about that than the simplest and "uneducated" person. That is why we have to disregard the scientific prophecy of what will happen in social matters anyway (and more than one probability of this can never exist). For in the face of these probabilities, by which we feel white space, we are confronted with a certainty which, although the future alone cannot yet control us, the present is able to illuminate us more than anything else, and therefore also throws light on the way to the future: these are our wishes and ideals, as well as those arising from our lives.

Our wishes and ideals, however, are based on facts, because they partly originate from them. And certainly one of these facts is what we are probably planning for the near future. So there is no denying that we cannot escape the influence of foresight.

This is also not meant by the above. Tomorrow's hunger is the cause of today's white space and the foresight that we will also grow old one day is perhaps one of the main reasons why old age must seem to us to be in need of worship today. But this foreknowledge is not a scientific one, it has no preconditions that are not those of daily life, it remains in everything and anything within the realm of common sense. It is very different from the kind of foresight that sociology or economics assumes.

No insight white space or philosophical, but a practical investigation we have promised: the distinction between science and everyday life is clear enough to satisfy any practical purpose.

[?/68/32] Once we have realized that we only have the choice of either surrendering ourselves to the science of the future and following its advice and guidelines, or of abandoning our desires and ideals to its realization, we have set the alternative as it is in reality. For the man who has found a home in the fantastic and yet seemingly so logical realm of the future that speculative sociology opens up for him, must undeniably and absolutely return to his original white space desires and ideals large white space, - he is at home in the future, but in the present of his own life he is more and more a stranger.

But once man has lost the sense of his own original desires white space and his ideals no longer illuminate his existence so that he can grasp and hold on to their meaning, - then all is lost for him. Because our wishes and ideals, they can guide and accompany us in the darkest darkness, because they radiate a luminosity that no darkness can exclude, but the person who no longer feels and knows that he lives sense large white space, in himself and only in himself, must necessarily go astray and if a completely different sociology and a completely different economic doctrine is the current large white space

Die Gefahren die durch das Abweichen von unserem natürlichen Lichte zu Gunsten künstlicher Beleuchtung, in der die Wissenschaft die Zukunft large white space, sind viel grösser, als es der Verzicht auf die der gesellschaftlichen large white space, die [54/78/54] wir Soz. nennen in Gefolge haben. Die Gefahr ist eine doppelte, die eine ist die der Seele, die andere ist die falsche Wahl der Mittel und der Wege. Jedes Ziel, das sich nicht ausschliesslich auf unsere Wünsche und Ideale, als ihre Begründung, wenn auch noch so oberflächlich auf Spekulation und Theorien die uns die Wissenschaft bezüglich der Zukunft, bietet, so ist dies ein Zeichen dessen, dass in dem Teil in welchem dieses Zeil sich nicht auf unsere Wünsche und Ideale stutzt, es diesem darum auch nicht entspricht. Wozu suchte man sich sonst eine wissenschaftliche Begründung für sie? Gibt es denn eine einleuchte andere, bessere und Begründung für ein Ziel, als die Erwünschtheit dieses Zieles?

Der Einfluss der Wissenschaft auf unsere Ziel space ist darum immer ein gefährlicher, denn unsere Ziel ausschliesslich aus uns selbst zu setzen. Wollen und müssen nehmen sich gegenseitig aus. Was wir wollen müssen das müssen wir, und wenn wir es nachher auch wollen, so ist dieses wollen ein ganz anderes, als es das frei, ungezwungene wollen ist. Dass solche Wahrheiten werden müssen, zeigt am Besten wie weit wir von den elementaren Grundlagen des wahren abgekommen sind. Wir lassen uns aber nur zu leicht über unsere Wünsche und Ideale täuschen. Diese Täuschung währt nicht, aber ihre Folgen bleiben nicht aus. Erst das Bewusstsein dass sie unser einziger gibt unseren Wünschen und Idealen jene Sicherheit une eigene , die ihnen die höchste Tragfähigkeit erlauben.

[55/79/55] Noch geringer als bezüglich der Zielsetzung large white space ist der Anspruch der Wissenschaft darauf uns die Mittel anzugeben das gesteckte Ziel zu erreichen, Schon der Gedanke allein, dass sie es könnte ist ein ver-white space. Nichts anderes als unsere eigen seelische-sittlichen Kräfte sind es, die die Mittel sind, unsere Zwecke zu verwirklichen. Opfermut, Ausdauer, Zähigkeit und Selbstzucht sind die einzigen Werte auf die wir bauen müssen. Die Vortäuschung anderer Hilfsmittel bringt uns davon ab, dieser Tatsache in die Augen zu schauen. Diese Kräfte stehen uns aber nur zur Verfügung, wenn wir wissen, dass wir auf sie an gewiesen sind. Anders sind sie nicht. Wer auf die Zukunft rechnet, verzichnet auf die Hülfe der Gegenwart. In ihrer ganzen Grösse stehen sie uns aber nur space zu wenn sie white space anrufen, ohne large white space

Aber was uns davon abbringt, diese Arbeit an un selber als die Hauptwaffe zubetrachten, mittels welcher wir siegen wollen, space schlagt uns die Waffe aus der Hand und macht uns wehrlos.

Die Hoffnung auf die Unterstützung der Wissenschaft mit deren Hilfe wir gewissermassen im Fluge unser Endziel erreichen könnten, hat uns davon abgebracht den Weg den wir zu gehen haben, scharf ins Auge zu fassen. Wer sich auf Grund von Prophezeiungen auf den Weg macht, denkt nicht an den Weg, sondern bloss uns Ziel. Der Weg ist aber zum Menschheitseben das Leben der Menschheit selbst und auch wenn es gewiss wäre, dass auf dem gewählten Wege das Ziel zu erreichen ist, wäre derjenige Teil des Menschheitsleben der white space wird der Aufmerksamkeit wert. Entwhite space wir uns aber völlig des Glaubens [56/80/56] an Prophezeiungen und Vorhersagungen, und sehen wir einmal klaar, dass das Ziel das wir uns gesteckt haben eben nur in unseren Wünschen und unserer Absicht besteht, sonst nirgendwo, so werden wir auch fühlen, in welchem Masse der Weg, den wir gehen wollen, an Bedeutung hierdurch gewinnt. Es ist möglich, dass das Ziel mal zu erreichen sein wird; dass sich white space Schwierigkeiten ergeben, die seine Erreichung in weite Ferne treiben; es ist sogar möglich, dass es uns an Kräften gebrechen wird, im Kampfe auszuharren. Was dann?

Den Weg den wir zu gehen haben, muss ein derartiger sein, dass jeder Schritt den wir auf ihm tun, unseren Wünschen und Idealen entspricht, und von jenen Kräften getragen wird die diese Ideale in uns zum Leben erweckt haben. Es muss ein solcher sein, dass wir auf jedem Punkte vom Wege, wenn es Not tut, - falls die Kräfte nicht reichen oder sonst Schwierigkeiten uns entgegenstehen -, halt machen können und die Kräfte den erreichten large white space uns zur Verfügung stehen. Es gibt nur kann kein Zurückweichen, keine Reaktion und keine Enttäuschung, wenn wir auf jeder Stelle des Weges lebendige und gegenwärtige Ursache haben an ihm festzuhalten, auch wenn uns das Endziel in ferne Zukunft entrückt wäre oder aufgegeben werden müsste. Nicht die “Erreichten Vorteile” sind es, die diesen Weg zu einem white space machen, sondern im Gegensteil, die Gesinnung in der wir white space haben.

[57/81/57] Es darf darum nie ein Gegensatz zwischen den Beweggründen des Handels und dem Ziel des Handelns bestehen. Handelt einer white space setzte sich aus dieser Ursache irgend ein hohes white space zum Ziel so wird er Gefahr laufen seinen niedrigen Beweggrund zum Erfolge zu verhelfen. Ebenso ergeht es demjenigen der aus ideellen Beweggründen sich eine niedrige Handlung zum Ziel setzt. Beide werden früher oder später versagen, den je näher sie dem Ziele rucken, umsomehr wird ihr Beweggrund nicht mehr vorwartstreiben, sondern in ihrem Bestreben hemmen und aufhalten. Es ist nicht möglich aus large white space ein Idealisten Endziel zu verwirklichen. Keine white space kann über diese white space hinwegtäuschen, den es gibt keinen large white space Begriff der klaarer, eindeutiger und darum schlüssiger wäre, als der Begriff des idealen und materiellen., wie er sich dem Menschen Gemüthe unmittelbar offenbart. Denn das ideelle Ziel ist nur aus mittel jener Begriffe, die white space ideelle Beweggrunde white space zu verwirklichen.

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The full extent of the responsibility…

[72/86/37] Die ganze Grösse der Verantwortung aber die die Möglichkeit eines solchen Laufes der Dinge in sich schliesst, sollte doch jedem, dem das Schicksal der arbeitenden Klassen am Herzen liegt und die die unbedingte Notwendigkeit die empörende Ungerechigkeit der heutigen Umstände und ihre planlose Verworrenheit, die alles in ihrem Umkreise qualvoll und sinnlos white space gestalten muss, zu ganz anderen Zuständen umzugestalten, klaar eingesehen hat, mehr als jedem anderen, dieser ungeheuren Verantwortung müsste diesem in seiner ganzen Grösse bewusst werden.

Denn würde es zur Wahrheit werden, dass die Menschheit white space Bolschewistischen white space sollte und, was, die unabweisliche Folge dann sein würde, -sollte sich dann Arbeiterklasse im Namen ihrer alten Werte und Forderungen, diesen Versuch in Stücke schlagen, dann hätte für alle Freiheitskämpfer ………

[?/86-87/38]

Politics must once again become a part of the way of life

[76/88-89/-] Politics must once again become a part of the path of life. In the impenetrable tangle of state and social life we are losing track of the individual. As soon as we enter the realm of social and public life, we lose our way hopelessly and our natural orientation leaves us. What we have no overview of seems strange, mysterious and threatening to us. When we have untangled the threads by which we are helplessly chained together today, and life together will be simple and white space lying before us like an open hand, then we will again be able to follow the path of the individual white space and have the courage and the will to follow it. Anarchism and Bolshevism have one thing in common: they both want to tear the threads by force, because they feel that the soul will only be free to go its way when instead of chaos white space becomes. To achieve this goal the anarchist sacrifices the community and the Bolshevik sacrifices the individual. No one can be sacrificed if the path of life is to become true. For the history of mankind is nothing but the common path of life of free man. And it must be common if it is to retain its meaning. It is not violence that has to tear the threads of individual life, but knowledge that has to unravel them. We do not have to destroy the community, but to understand it. This understanding, this unravelling can only be done by the soul that is acting. Politics is a part of its path of life.

The most solid part of social reality seems to be the so-called production relations, which are legally expressed in property relations

[77/89-90/-] Der festeste teil der sozialen Wirklichkeit scheinen die s.g. Produktionsverhältnisse auszumachen, die sich juristisch in Eigentumsverhältnissen ausdrücken. Jedoch auch der Staat, der als Überbau dieser Produktionsverhältnisse gilt ist etwas relativ Festes, insofern es sich um eine rechtlich festgelegte Ordnung handelt: Wahlgesetze, administrative Einteilungen oder Wahlsysteme scheinen von Anschauungen und Meinungen völlig unabhängig Existenz zu haben. Wenn es auch wahr ist, dass die Geltung der Gesetze von der Macht des Staates sie durchzusetzen, abhängt, diese Macht selbst aber nie auf anderem als auf den Meinungen und Anschauungen dieser Macht beruhen, -so ist dennoch, solange diese Macht diese Macht besteht, die rechtliche Organisation der Gesellschaft eine objektiv Gegebene. Hier ist der Punkt, wo die Vorstellung der sozialen Wirklichkeit ihre wahre Stütze findet. Nicht dasjenige an der Gesellschaft, das, zwar von unserem Willen unabhängig ist, aber auch garnicht von ihm beeinflusst werden soll (Gebietsausdehnung, Fruchtsbarkeit, Anzahl der selbständigen Bodenarbeiter etc.) auch nicht das, was von einem Wollen dazu abhängt, wenn ich mir diesen Willens oft auch nicht bewusst bin, -sondern grade dasjenige was von meinem Willen zwar unhabhängig ist, es aber nicht sein sollte, -ist es was der Vorstellung von der sozialen Wirklichkeit zu Grunde liegt. In einer willensbeherrschten Gesellschaft ist dies nicht mehr der Fall.

… which is understood to be as federal as it …

[78/90/15] ………verstanden wird, die ihrem Bau nach ebensowohl federal wie einheitlich sein kann, ob sie nun ein Parlament, ein Congress oder ein politischer white space ist.

Welche Verbände ergeben sich in einer freien Gesellschaft aus dem Bedürfnis, “den Standpunkt der Menschen als Verbraucher, Benutzer und Geniesser von Gütern und Diensten white space zu verleihen, als den Individuen die ein gemeinsames Interesse an der Befriedigung gemeinsamer Bedürfnisse haben?“

G.d.H. Cole. Self-Government in Industry. 1920. s. Ed. Bell (London) p.10

Betrachten wir erst die persönlichen Bedürfnisse jedes Bürgers: Er benötigt eine Behausung, einschliesslich der Einrichtungsgegenstände, manigfaltige Textilprodukte und mancherlei andere Annehmlichkeiten. Ferner muss er oder sie white space bekleidet und mit einer anderen Mannigfaltigkeit von Gegenstand des Hausalts white space und des persönlichen Bedarfs bedient werden. Diese Bedürfnisse haben keinen Gemeinschaftscharakter und ihre Befriedigung erfordert den weitesten Speilraum für very laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaarge, large and so large empty white space

die Nachbarschaft betreffen. Wasser, Beleuchtung, und Behausung Hygiene, Strassen und Plätze, Strassenbahnen vielleicht white space, Lokale zum Genuss von Speise, Trank und Geselligkeit, Unterricht, Vorträge, Heirat, Bestatung oder white space. Ebenso Schulen aller Art, Spitäler und ärztliche [79/91/16] white space sowie unzählige andere öffentliche white space. Auch wer seinen Wohnsitz nie verlässt, hegt alle diese Bedürfnisse.

Die dritte Gruppe der Bedürfnisse hat mehr einen Landes- als einen lokalen Charakter. Hier ist Einförmigkeit wesentlich. Hierher gehört das ganze System des Landes-Verkehrs-Post-und-Telegraphen, sowie white space, sowie auch die Bedürfnisse der dritten Gruppe zu einigen ihrer white space

Schliesslich gibt es internationale Dienste manigfaltigster Art, zu denen das Netz des internationalen Verkehrs zur Grundlage dient: der Austauschprozess einer unabsehbaren Manigfaltigkeit von stofflichen und geistigen Gütern, Menschen und Ideen. Fast alle lokalen und Landes-Dienstzweige haben heute irgendeine internationale Beziehung. In diesem Bereiche ist Einförmigkeit Bedingung, oder zumindestens das Ziel das anzustreben ist.

Für den Gesichtspunkt der Verbände, die diesen Bedürfnissen entsprechen, ist es gleichgültig, dass die grossen white space hier keinen Platz finden (Bergbau, Eisenwerke, etc.). Handelt es sich doch um Befriedigung persönlicher Bedürfnisse, oekonomisch und nicht-oekonomischer Art gleichermassen.

Durch welche Verbände haben wir hier die Produzenten und

white space, die Verbraucher, Benutzer und Geniesser anderseits vertreten zu sein?

[80/92/17] Für die erste Gruppe der Bedürfnisse wären die Produzenten und white space in Gilden organisiert. Erstens in die Bau-Gilde und zweitens in die Verteilungs-Gilde, die die ganze Manigfaltigkeit der durch Fabriken und Manufakturen für den persönlichen und Haushaltsgebrauch bestimmten Gegenstände white space. Drittens eine ganze Gruppe von Gilden von Kleinproduzenten oder wenigstens lokalen Produzenten, wie Bäcker und Zuckerbäcker, Schneider und Schneiderinnen, Möbelfabrikannten die die grössten Anforderungen an Auswahl und Geschmacksrichtung zu entsprechen haben. In diesem Bereiche von der allergrössten Tragweite sind Genossenschaften die richtige Art der Vertretung der Konsumenten, soweit eine Organisation überhaupt notwendig wird und die Beziehungen von Prod. u. Kons. sich innerhalb des Rahmens rein persönlicher Beziehungen nicht white space lassen. Lokale Gilden Hand-in Hand arbeitend mit lokalen Genossenschaften, die die industriellen unmittelbar vertreten, ergeben hier die natürliche funktionnelle Vertretung.

Die zweite Gruppe der Bedürfnisse wird heute von öffentlichen und privaten Einrichtungen der allerverschiedensten Art besorgt. Für die Gildenorganisation ergeben sich hier keine Schwierigkeiten: die verschiedentlichen gemeinnützigen Dienste werden von industriellen Gilden, Unterricht und Gesundheitspflege von Zivil-Gilden übernommen werden. white space und andere white space der white space sind white space ebenfalls white space. Die Kirche hat erst heute eine white space und wird es immer mehr. Besonders anpassungsfähig [81/92/18] muss sich aber hier das Prinzip der Vertretung der Verbraucher white space, wenn es den Verschiedenheiten der Bedürfnissarten gerecht werden soll. Im allgemeinen sind es auf allgemeinem Wahlrecht beruhende Lokalgenossenschaften, die die white space und Geniesser zu vertreten haben. Jedoch nicht eine Körperschaft für alle Bedürfnisse. Wenigstens zwei oder auch drei verschiedene Vertretungen sind von Nöten. Die geistigen Bedürfnisse, wie white space Theater und white space Bedürfnisse, white space, öffentliche Anlagen, und Bauten space, sowie aesthetische und Geschmacksfragen überhaupt. Eine andere

Vielleicht eine dritte Behausungs- und Hygiene. Jede habe mit der entsprechenden industriellen oder zivilien Gilden sowie selbsttätigen white space zu arbeiten und uberdies sich jedem Eingreifen zu enthalten, wo das Engreifen besser unterlassen wird.

Für die Gruppe des Landes-Bedürfnisse finden sich die Landes-Gilden der Eisenbahner, white space etc. fertig vor. Die Vertretung der Verbraucher könnte sowohl dem Staat wie dem Landesbund lokaler Vertretungen überlassen werden. Letzter hatte aber den Vorzug, weil er dem funktionellen Prinzip im höheren Maasse entspricht, [82/19/19] als jenes ……… Auch die Landes- white space öffentlicher Bedürfnisse (z.B. Lokalvertreter) benötigt eine Konsumenten-Vertretung, die keine andere ist wie der Landesbund der betreffenden lokalen Konsumentenorganisation: z.B. der Landesbund der öffentlichen white space. Dieselbe Konsumschaft konnte auch die Vertretung der white space in dem Bereich der dritten Gruppe der Bedürfnisse, die einen Landescharakter haben, übernehmen. Diese white space also den Landesbund für Erziehung und white space, den Landesbund für Behausung und Gesundheitspflege, etc.

In internationalen Beziehungen hat das Land durch den betreffenden funktionellen Landes white space vertreten zu sein. Die internationale Regelung der Handelsflotte als öffentliche Notwendigkheit white space somit dem Landesbund für öffentliche white space, etc.

Bis zu diesem Punkt haben die funktionelle Vertretung der Konsumenten und Produzenten erfolgt ohne den Staate white space zu tun, (woraus folgt dass eine Landesbund Vertretung, auf funtkioneller lokaler Grundlage gewählt, weit mehr als Staat gelten soll.)

… Is this phenomenon, which is also considered possible for the natural sciences…

[83/94/47?] …Ist nun dieser Erscheinungsfall, der auch für die Naturwissenschaften als möglich bewiesen wurde, für die theoretische Wirtschaftslehre und Soziologie auch wirklich der Fall?

Das dem in der Tat so ist, wird uns durch die Anschauung die in diesen Wissenschaften selbst vertreten werde, wesentlich erleichtert. Sie betrachten sich selbst nur insofern als Wissenschaften, als sie Ähnlichkeit mit den Leistungen der Naturwissenschaften aufweisen können. Sie entstanden als neue Anwendungsgebiete der naturwissenschaftlichen Erkenntnis und haben diesen Charakter auch fürderhin beibehalten. Die Abstraktionen auf denen sie sich gründen, sowie die Inhalt ihrer Vorhersagen, zeigen aber deutlich den Abstand in welchem sie hinter den führenden Naturwissenschaften zurückstehen. Das Zeit und Raum Netz das der physikalisch und chemischen Anschauungsweise als Unterlage dient, ist der Wirklichkeit der Natur näher, als der homo economens white space es dem wirklichen Menschen ist. Es gibt so manches an den Anschauungen, was nicht Zeit und Raum ist, aber es gibt kaum [] etwas was dem white space Zeit und Raum "entgegengesetzt" wäre. Es gibt hingegen für den wirklichen Menschen nicht nur sehr vieles, ausser der Selbstsucht, sondern es gibt auch manches, was der Selbstsucht entgegengesetzt ist. Und dies ist darum auch für den Menschen der Fall. Hat man wiederum den letzteren so white space, dass nichts als Selbstsucht in ihm verbleibt, so kann er, als abnormer Fall, kaum mehr ein Interesse zu beanspruchen

Was die Vorhersage der Zukunft……

The most essential difference is that we can leave the sick person without any kind…

[84/95/23g] The most important difference is that we can leave the sick person without any kind of illness and cause what happens to them, but in a certain sense politics cannot be suspended for a moment white space without causing the downfall of society. The state functions, for example, are partly such that the not one white space can be cancelled without dissolving everything into nothing. It is therefore the question: would it not be better to answer the policy white space, neither well possible nor even experimental. Mankind is therefore in a position as if it were the doctor with the disease white space, -and this means that the most essential possibility we white space have, namely that: not doing, -being excluded, must be.

The second difference is that here the doctor and the patient are not the same person. When mankind makes politics in order to heal itself, it does so where, like a doctor who is obliged to heal himself. Surely the best doctor will lack the necessary impartiality and cold-bloodedness and it would be a completely different medicine than ours if it had been made from the very beginning only by self-observing doctors who had the task to heal themselves.

[85/96/23h] Ebenso wesentlich ist es, dass die Zwecke der Medizin im Grunde feststehen und es sich immer nur um die Mittel handelt, die zu diesem Zwecke führen können. Die Linderung der Leiden u. die Erhaltung der Gesundheit -immer schweben diese dem Kranken und dem Arzte vor. Die Menschen sind aber grade bezüglich des Hauptzweckes den die Gesellschaft hat, nicht immer einer Meinung, sind nicht (leicht?) für neue Zwecke zugewinnen und so ist es mehr eine Wissenschaft der Mittel. An diesem Punkte versagt die Analogie völlig. Für uns bedeutete sie aber nicht mehr als ein Hilfsmittel um an einem white space Beispiel der Vergangenheit aufzusweisen, wie leicht der Menschengeist zu seinem Schaden irren könne u. dass es geistige Mittel gäbe den Gefahren des Irrtums auszuweichen. Das was wir für die Politik vorschlagen soll mit dem Ausdruck white space bloss um eine Reihe von Irrtümern formell white space nicht aber Inhalt nach angegeben werden.

…But one can also call a sum of doctrines science

[-/45/-] Man kann allerdings auch eine Summe von Lehrmeinungen Wissenschaft nennen, die weder über ihren Gegenstand noch noch ihre Zwecke weder über ihre Methode noch über ihre Begriffe, weder über ihre Ausgangspunkte noch ein einziges ihrer Ergebnisse einer Ansicht sind, wenn diese Lehrmeinungen selbst und insbesondere der Widerstreit unter ihnen mit genügender Gelehrsamkeit geführt wird. Da wir letzteres nun keineswegs bestreiten wollen, so dünkt uns die Frage, ob es eine nationalökonomische Wissenschaft gibt oder nicht, als blosser Wortstreit, ganz und gar unwesentlich.

Das ist aber keine derartige Wissenschaft, die Soziologie und Wirtschaftslehre, in dem einzig hier praktischen Sinne des Wortes, erscheint uns als eine Tatsache von höchster Bedeutung, in dem Sinne nämlich, in welchem der Volksglaube an ihre Existenz festhält; als eine Summe von Lehrmeinungen, die in irgend welcher Beziehung geeignz sein könnten die Leiden der Menschheit zu vermindern, indem es den einzelnen Menschen oder Gruppen von diesen Anhaltspunkte für ein nützliches Verhalten zu bieten fähig wäre.

Hier machen wir also ein bedeutsames, in Wirklichkeit auf keine Weise gerechtfertige Zugestäjdnis betreffe der Existenz dieser Wissenschaften. Um klarer und entschiedener auf das Wesentliche zu kommen, wollen wir zu tun, als ob es gelungen wäre über Gebiet Methode, Grundbregriffe der Soziologie und der Wirtschaftslehre zu einer Uebereinstimmung zu gelangen. Wir wollen annehmen es könnte dies gelingen und es wäre sogar gelungen sich zu unbestrittenen Ergebnissen auf dem ganzen Gebiete dieser Wissenschaften durchzuringen. Denn der Kernpunkt der Frage ist der, ob sich aus einer derartigen wissenschaft vernünftiger Massen irgend welche Anhaltspunkte für unser Leben und Handeln ableiten lassen könnten. Es erscheint

Es erscheint diese Frage, auf die wir das Hauptgewicht legen, vielleicht vorerst paradox. Sind doch diese Wissenschaften heute voller praktischer und höchst praktischer Ratschläge und Richtlinien, sind sie doch voller Tendenzen und Ideale[,] Standpunkte und Programme. Wie wären sie den nicht mehr praktisch, wenn man sich über diese ihre Vorschläge erst einigen könnte. Man darf sich aber fragen, ob sie dies nicht gerade insolange sind und sein können, wie sie die Stufe der Wissenschaftlichkeit nicht erreicht haben und ob sie diesen ihren hochpraktischen Charakter das wahre Hindernis ihrer allgemeinen Gültigkeit, gerade zu Gunsten dieser nicht werden aufgeben müssen? Wäre dem so, dann läge kein Paradoxen vor, sondern die Paradoxie läge in dem Widerspruch den der Volksglaube in sich birgt, der sich für sein eigenes Leben autoritative Ratschläge von einem Erkenntnisgbeit holen möcht, dass zur Einmüdigkeit und über diese zur Allgemeingültigkeit erst gelangen kann, wenn es auf alles Ratschlagen verzichtet. Ob sich auf einer solchen Soziologie und einer solchen Volkswirtschaftslehre die Geister mit der Inbrunst von heute zu wenden würden, ist allerdings zweifelhaft.

The New Scepticism

[-/45/-] No knowledge, as we know, is as difficult as that of our own ignorance, but once we have acquired some knowledge of an object, however general, unclear, uncontrollable in its scope, and by its very nature unfathomable to us, then the hope of awakening the knowledge of our ignorance and keeping it awake has almost vanished. The history of medieval science, for example, has long been removed from our understanding. It seems incomprehensible to us how the best minds could have overlooked their complete ignorance in a field for thousands of years in uninterrupted speculation about it. How were they able to consider as science in the long run the mere idealization, order and systematization of their astounding ignorance, which scholasticism represents in scientific fields. The state of mind, [-/46/-] espace blanc that the popular superstition, which also dominates the leaders espace blancof surrender is devoted to the sectarian opinions of the various erotic teachings. That this superstition determines all our social actions. That today's wars, revolutions and struggles are largely the result of this fatal madness. That the economic religion, which in the form of unsubstantial speculations keeps the leaders and the masses in spell, is one of those untrue, errant spiritual currents which have so often misled mankind. That humanity today suffers beyond the measure imposed by its frailty and its throat-social nature, that this suffering comes from a very specific cause, which is none other than the futile and fatal attempt to derive premature remedies for the healing of social ills from the first dawning beginnings of its knowledge of the state of society and its contexts. The faith on which this attempt is based is the superstition that we want to fight. For the healing of these ills, as far as they are curable, is much quicker, safer and easier to find on the basis of common sense, by questioning our natural desires and primal ideals, than on the basis of economic and sociological theories. We want to prove that an understanding of the laws of society, as these systems and theorems presuppose, is actually only dawning on us. That this insight is highly unclear, incoherent, hardly more than a glimmer of the essence of the matter. That the leap from the knowledge of any kind of connections, and if this knowledge were incomparably more complete than it is today or will be in the not too distant future, - to the practical application of this knowledge, to scientific politics, is inadmissible and unfounded, theoretically and practically impossible. That the temptation to use every step we take in knowledge to alleviate our burning sufferings is so powerful and irresistible that we have not even been tempted by it in the course of culture, not even to our detriment. The fact that every achievement on the path of theoretical progress has become a misfortune for suffering humanity, that only the slow expansion of knowledge, often through intellectual achievements of the most astonishing kind, has led to the impossibility of these practical applications and thus to the containment of disaster. That the intellectual temptation to prematurely apply theoretical insights is so overpowering that no consequences, no matter how painful and terrible, which affect people as a result of this are able to arm themselves against these temptations. Dass die leiblichen und materiellen Interessen der Menschen, und ginge es um ihr Leben, keinen Damm gegen diesen Kurzschluss, gegen des logischen Denkens bieten, sondern dass gerade unsere leibliche Not est ist, die uns dieser Versuchung preisgibt, und dass nur die bewusste, heroische Haltung führender Geister Macht genug haben kann, die Menschheit vor den grauenvollen Folgen des Genusses, der unreifen Früchte, die am Baume der Erkenntnis wachsen, zu behüten,

[-/47/-] Zu diesem Zwecke werden wir die Geschichte der Medizin im 17. und 18. Jahrhundert wählen.

Es handelt sich in der Medizin um das höchste Gut des Menschen, um sein Leben. Kein Vernünftiger wird behaupten wollen, dass sie ein “ideologisches” Gebiet darstelle, ein Gebiet der Scheinwerte, wie es recht, Sitte und Religion für den Materielisten sind. Ist er dem Menschen sein Profit, seine Rente, sein Arbeitslohn “Wichtig”, so ist ihm wahrlich auch seine Fuss wichtig, der ihm amputiert wird, und sein Blut, das ihm abgezapft werden soll.

Es handelt sich des weiteren um ein Gebiet, auf dem lange Zeit die Ausübung der Kunst mit der höchsten materiellen Verantwortung verbunden war. Wurden doch nicht selten die Leibärzte von Fürsten, Tyrannen und Herrführener kurzer Kand hingerrichtet, wenn ihnen die Kur misslang, die Hofärzte verloren ihre Stellung, und auch die action direct geschädigter Familien nach unglücklichem Ausgange war auf der Tagesordnung. Oft hatte der Arzt Kaution zu erlegen, und wurde in schweren Fällen auch der Familie des Patienten ausgeliefert. Ein Teil der berühmtesten Arzte führte aus ähnlichen Ursachen ein höcjst bewegtes Leben. -Es wird hier kaum berechtigt sein, wie es heute so gerne geschieht, den eigennutz der Aerzte an gewissen medizinischen Irrtümern zu Erklärung herenzu ziehen, da ihre leibliche Sicherheit auch vom Gesichtspunkte des historischen Materiellen aus geschen, immerhin ein genügenden Beweggrund zur bestmöglichen Anwendung ihrer Kenntnisse abgegeben haben muss. Nicht der ideologische, d.h. Scheinwert des Ruhmes, der Ehre oder der Menschenliebe, sondern der materielle, der körperlichen Sicherheit stand auf dem Spiele.

Es handelt sich des weiteren in den anbrechenden Wissenschaft der Medizin nicht um Geister, auf die unser noch so aufgeklärtes Zeitalter ohne weiteren mit der eringschaftzung herabzublicken vermag, die heute so leicht jenen zu Teil wird, die nicht einmal die modernen Errungenschaften der Dynamomaschine, oder eines Börsenkraches gekannt haben. Die grössten Denker und Gelehrten aller Zeiten waren, die die Grundlagen zu diesem Baue gelegt haben. Manche von ihnen sind unbeschrittens Getuschelten der gesamten Menschheitskultur, Leonardo da Vinci, Galilei Galileo, Versalius, Descartes, Pascal, Bacon von Verulam. Unter diesen finden sich jene grossen Denker und Experimentatoren, die bis auf heute das unübertreffliche Vorbold der empirischen Naturwissenschaft bilden. Keiner wird verständiger Weise behaupten können, dass die Vertreter der ihm anverwandten Sekte der Volkswirtschaftslehre, gedisgerne Köpfe, moderne Geister, kritischere Geister sind.

Und endlich handelt es sich auf diesem Gebiete um eines der schwersten Schicksalsschläge, die je über die Menschheit gekommen ist. Um eine der grauenvollsten Plagen, die die Aermsten der Armen die Kranken und sichenden betroffen hat, die die Menschen fahin raffte, wie Seuche und Krieg, und daren Schatten das Leben aller Gesunden verdunkelte. Bieht um ein “wirkliches” Uebel dass das Leben aller zu vernichten, tdrcht.

This is the practical medicine of the 17th and 18th century.

See also

Notes

Karl Polanyi's Notes

  1. F. Oppenheimer, einer der jüngsten Vertreter dieser Wissenschaft, stellt über den Zustand dieser Wissenschaft berichtend fest, dass “deren Vertreter in keinem einzigen Punkte mit einander überstimmen.” Siehe Vorw. S. XVII zu Ch. Gide-Ch- Hist. Gesch. d. Volks., Jena, Fischer, 1913.

Editor's Notes

  1. M: Manuscript pages in the archive; T: Transcriptions pages in the archive; KP: Pages Numbers written by Karl Polanyi
  2. Pagination: M/T/KP
  3. „Maass“ in the archive.
  4. Man. / Trans. / KP